„Deutschsein“ ?

Glossar

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„Menschen mit Migrationshintergrund“, „Ausländer*innen“ oder „Einwanderer*innen und ihre Nachkommen“? Spricht man über Migration und Interkulturalität, fällt man oft über sprachliche Stolpersteine. Wie genau bezeichne ich Menschen mit ausländischen Wurzeln? Und vor allem so, dass ich niemanden unabsichtlich verletze? Wer ist überhaupt „deutsch“ und was bedeutet „Deutschsein“? Hier ist ein kleiner Wegweiser durch den Dschungel der Begrifflichkeiten.

Menschen mit Migrationshintergrund

Laila wohnt in Hamburg. Sie ist dort geboren, aufgewachsen und hat die deutsche Staatsbürgerschaft. Auch ihr Vater ist deutscher Staatsbürger. Ihre Mutter wurde in Kairo geboren und hat die ägyptische Staatsbürgerschaft. Für Menschen mit Lailas Familienhintergrund hat sich der Begriff „Menschen mit Migrationshintergrund“ eingebürgert.

Was steckt dahinter?

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Verwaltungs- und Wissenschaftssprache, fand seit den 2000er Jahren aber auch in der Umgangssprache immer mehr Verwendung. „Migrationshintergrund“ sollte ein wertneutraler und nichtdiskriminierender Begriff sein, den das Statistische Bundesamt folgendermaßen definiert: „Eine Person hat einen Migrationshintergrund, wenn sie selbst oder mindestens ein Elternteil nicht mit deutscher Staatsangehörigkeit geboren wurde.“

Konkret gehören dazu:

  • in Deutschland lebende Ausländer*innen
  • eingebürgerte Deutsche, die nach 1949 in die Bundesrepublik eingewandert sind
  • sowie in Deutschland geborene Kinder mit deutschem Pass, bei denen sich der Migrationshintergrund von mindestens einem Elternteil ableitet.
Kritik am Begriff "Migrationshintergrund"

„Tatsächlich ist im Alltag oft von ‚Menschen mit Migrationshintergrund‘ die Rede – und zwar auch in Bezug auf Menschen, die seit Generationen in Deutschland leben. Dabei bezieht sich ‚Migrationshintergrund‘ alltagssprachlich nicht auf alle Migrationen: Menschen, deren Eltern oder Großeltern aus Frankreich oder Großbritannien nach Deutschland kamen, werden in der Regel nicht nach ihrem „Migrationshintergrund“ gefragt. Ein „Migrationshintergrund“ wird also anscheinend nur bestimmten Menschen zugeschrieben.“

Quelle: ufuq.de


Video: Migrationshintergrund - Was bedeutet das überhaupt?

 

Was bedeutet eigentlich der Begriff „Migrationshintergrund“? Viele Menschen nutzen den Begriff. Oftmals ist aber nicht immer ganz klar was damit gemeint ist. Die Fachkommission Integrationsfähigkeit wurde 2015 von der Bundesregierung damit beauftragt, Konzepte zu erarbeiten, mit denen gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft Deutschlands gestaltet werden soll. Dafür schlägt die Fachkommisson die Einführung des Begriffes „Eingewanderte und deren Nachkommen“. Dieser Begriff soll die bisherige Bezeichnung „Person mit Migrationshintergrund“ ersetzen. Einen  Einblick in das Thema geben die Kommissionsmitglieder Ashok Sridharan und Susanne Worbs. Zur Website der Fachkommission Integrationsfähigkeit

Eingewanderte und deren Nachkommen

Elias ist in Deutschland geboren. Er ist der Sohn einer griechischen Mutter und eines deutschen Vaters. Er ist also der Nachkomme von Eingewanderten. Die Kinder von Elias wiederum sind auch in Deutschland geboren. Oft wird ihnen, aufgrund ihres Aussehens oder der ausländischen Herkunft ihrer Großmutter, noch ein „Migrationshintergrund“ zugeschrieben. Aber sie selbst haben gar keinen „Migrationshintergrund“, sondern sind einfach nur Deutsche.

Was steckt dahinter?

Ein neuer Begriff für ein neues Miteinander

Im 2020 vorgestellten Bericht der von der Bundesregierung eingesetzten Fachkommission Integrationsfähigkeit wird für die Abschaffung des Begriffs „Person mit Migrationshintergrund“ plädiert. Vielmehr soll nun nur noch der Begriff „Eingewanderte und deren Nachkommen“ genutzt werden. Der Fachkommission gehören wichtige Wissenschaftler*innen an, die zum Thema „Integration“ forschen. Zum Ziel hatte die Kommission, mithilfe von integrationspolitischen Empfehlungen zu einem besseren Miteinander in Deutschland beizutragen.

„Menschen, die selbst oder deren Vorfahren im Ausland geboren sind, werden in Deutschland häufig als Personen mit Migrationshintergrund bezeichnet. Dieser Begriff stößt zunehmend auf Kritik, auch hat das Konzept insgesamt viele Schwächen. Die Fachkommission rät davon ab, diesen Begriff weiterzuverwenden. Im Bericht kommt „Migrationshintergrund“ daher nur noch an den Stellen vor, wo Daten und Forschungsergebnisse auf dieser Basis zitiert werden, und im Rahmen der Auseinandersetzung mit dem bisherigen Konzept (vor allem in Kap. 5.8). Die Fachkommission spricht stattdessen meist von Eingewanderten und ihren (direkten) Nachkommen und schlägt eine entsprechend modifizierte statistische Erfassung vor, auch um zu unterstreichen, dass es die eigene Migrationserfahrung oder die Migrationserfahrung der Eltern ist, die sich auf Integration auswirkt, und weniger die Frage der Staatsangehörigkeit. Auch wenn der Begriff „Eingewanderte“ eine dauerhafte Perspektive impliziert, bedeutet dies nicht, dass jede Person, die aus dem Ausland kommt, sich auch dauerhaft in Deutschland niederlassen wird oder darf. Die Fachkommission präferiert im vorliegenden Bericht den Begriff Eingewanderte statt Zugewanderte, da es im Wesentlichen um Prozesse der dauerhaften Integration und Teilhabe geht.“

 

Quelle: Fachkommission Integrationsfähigkeit: Gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft gestalten. Bericht der Fachkommission der Bundesregierung zu den Rahmenbedingungen der Integrationsfähigkeit, (20.01.2021), S.15. online unter: https://www.fachkommission-integrationsfähigkeit.de/fk-int/.

Video: „Migrationshintergrund" oder „Eingewanderte und ihre Nachkommen"?

Was bedeutet eigentlich der Begriff „Migrationshintergrund“? Viele Menschen nutzen den Begriff. Oftmals ist aber nicht immer ganz klar was damit gemeint ist. Die Fachkommission Integrationsfähigkeit wurde 2015 von der Bundesregierung damit beauftragt, Konzepte zu erarbeiten, mit denen gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft Deutschlands gestaltet werden soll. Dafür schlägt die Fachkommisson die Einführung des Begriffes „Eingewanderte und deren Nachkommen“. Dieser Begriff soll die bisherige Bezeichnung „Person mit Migrationshintergrund“ ersetzen. Einen kurzen Einblick in das Thema Migrationshintergrund geben die Kommissionsmitglieder Ashok Sridharan und Susanne Worbs. Zur Website der Fachkommission Integrationsfähigkeit

Migrant*innen

Halina ist in Kiew/Ukraine geboren und aufgewachsen. Mit 15 ist sie mit ihrer Familie aus der Ukraine dauerhaft nach Deutschland gezogen, um dort zu wohnen. Sie und ihre Familie sind demnach Migranten.

Was steckt dahinter?

Der Begriff Migrant kommt vom lateinischen Verb migrare, was bedeutet, mit seiner Habe usw. nach einem anderen Ort zu ziehen, um da zu wohnen. „Migrantin“ oder „Migrant“ bezeichnet damit Menschen, die ein Land oder eine Region verlassen, um sich woanders, entweder vorübergehend oder für immer, ein Leben aufzubauen und zu arbeiten. Migration findet innerhalb der gleichen Region, über die Landes-, aber auch Kontinentgrenzen hinweg statt. Gründe für die Migration können Nahrungs- oder Wassermangel, inadäquate Unterkunft oder unsichere Lebensbedingungen für sich und die Familie sein. Meistens sind mehrere Motive verantwortlich für den Entscheid, die Heimat zu verlassen.

Migrant*innen haben demnach selbst Migrationserfahrung. Die Umschreibungen „Eingewanderte und deren Nachkommen“ oder „Menschen mit Migrationshintergrund“ fasst Migrant*innen und ihre Nachkommen unabhängig von der tatsächlichen Staatsbürgerschaft zusammen. Aus Sicht ihres Herkunftslandes sind Migranten Auswanderer (Emigranten), aus Sicht des Aufnahmelandes Einwanderer (Immigranten).

Gastarbeiter*innen und Vertragsarbeiter*innen

Silvio ist im Rahmen des Anwerbeabkommens (1955 bis 1968) der Bundesrepublik als Arbeitseinwanderer aus Italien nach Deutschland gekommen. Für Silvio und all die anderen Menschen, die im Zuge der Anwerbeabkommen nach Deutschland kamen, wurde der Begriff „Gastarbeiter“ genutzt.

Was steckt dahinter?

Im Wort „Gast“ schwingt die Erwartung mit, dass Silvio nur für eine befristete Zeit in Deutschland leben und arbeiten sollte. Als immer mehr Gastarbeiter*innen sich in den 1960er Jahren dazu entschieden, dauerhaft in der Bundesrepublik zu bleiben, wurde der Begriff immer weniger genutzt. Heute wird der Begriff nicht mehr verwendet und man spricht von „Gastarbeiter*innen“ nur noch in einem historischen Kontext. Um sich von der historischen Interpretation zu distanzieren, schreibt man auch „sogenannte Gastarbeiter*innen“. Manchmal wird der Begriff noch zur Selbstbezeichnung genutzt, zum Beispiel als „Gastarbeiterkind“. Wer hingegen heute noch die Nachkommen von Arbeitsmigrant*innen als sogenannten „Gastarbeiter“ bezeichnet, kann es auch diskriminierend meinen, in etwa: „Diese Menschen sind nur Gast in unserem Land“, haben also nichts zu bestimmen und auch kein Bleiberecht.

Hong Trung Dinh kam mit 18 Jahren als vietnamesischer Vertragsarbeiter in die ehemalige DDR. Wie die Bundesrepublik hatte auch die DDR Regierungsabkommen mit anderen Ländern geschlossen, um Menschen als Arbeitskräfte zu verpflichten. „Vertragsarbeiter“ ist das DDR-Äquivalent zum „Gastarbeiter“ der Bundesrepublik. Dieser Begriff wird heute fast ausschließlich in einem geschichtlichen Kontext verwendet.

 

Ausländer*in

Lucia hat die argentinische Staatsbürgerschaft. Sie lebt und arbeitet als Lehrerin in Deutschland. Sie ist Ausländerin: Das Aufenthaltsrecht für Ausländer*innen regelt ihre Aufenthalts- und Arbeitserlaubnis.

Was steckt dahinter?

Offiziell sind aus rechtlicher Sicht alle Menschen, die dauerhaft in Deutschland leben und keine deutsche Staatsbürgerschaft haben, Ausländer. Egal aus welchem Land sie kommen. Deutschsein wird juristisch also am Staatsbürgerrecht festgemacht. Wenn jemand die deutsche Staatsbürgerschaft hat, ist er Deutscher oder Deutsche. Hat jemand nicht die deutsche Staatsbürgerschaft, ist er oder sie Ausländer*in.
In der Alltagssprache werden aber häufig Menschen, deren Aussehen als „ausländisch“ oder „fremd“ empfunden wird, als „Ausländer*in“ bezeichnet, auch wenn diese die deutsche Staatsbürgerschaft haben. Der Begriff „Ausländer*in“ hat dabei zumeist einen ausgrenzenden oder herabwertenden Charakter. Da Begriffe wie „Ausländer*in“ und „Ausländerrecht“ oft diskriminierend genutzt wurden und werden, werden die Begriffe heute immer weniger verwendet und zunehmend durch die Begriffe „Migranten“, „Aufenthaltsrecht“ oder „Migrationsrecht“ ersetzt.

Deutsch/Deutsch sein

Das Grundgesetz legt fest, wer juristisch Deutscher ist (Art. 116): „Deutscher oder Deutsche im Sinne dieses Grundgesetzes ist […], wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als Flüchtling oder Vertriebener deutscher Volkszugehörigkeit oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31. Dezember 1937 Aufnahme gefunden hat“.

Was steckt dahinter?

Die deutsche Staatsangehörigkeit erhält man:

– durch Geburt automatisch, wenn die Eltern deutsch sind (Abstammungsprinzip) oder Adoption

– durch eine Bescheinigung des Bundesvertriebenengesetzes (dies sind die Flüchtlinge, die im Grundgesetz erwähnt werden)

– durch Einbürgerung.

Damit ist eigentlich alles klar: Deutsch ist, wer die deutsche Staatsbürgerschaft hat, und es gibt keine Voll- und Halbdeutschen, alle haben die gleichen Rechte und Pflichten.

Video: Typisch Deutsch - was bedeutet das überhaupt?

Typisch Deutsch – was bedeutet das überhaupt? Immer wieder wird darüber diskutiert, was eigentlich „Typisch Deutsch“ ist. Die Fachkommission Integrationsfähigkeit wurde 2015 von der Bundesregierung damit beauftragt, Konzepte zu erarbeiten, mit denen gemeinsam die Einwanderungsgesellschaft Deutschlands gestaltet werden soll. Einen kurzen Einblick in das Thema Integration und Deutschsein im 21. Jahrhundert gibt die Fachkommissionsangehörige Viola Georgi. Zur Website der Fachkommission Integrationsfähigkeit

Interkulturalität

Lucia ist Lehrerin und legt starken Wert auf „interkulturelles Lernen“. Sie will ihre Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren, soziale, politische oder globale Phänomene aus der Perspektive verschiedener Kulturen zu verstehen. Sie sollen kulturelle Stereotype und eigene kulturelle Prägungen hinterfragen und Respekt und Akzeptanz für kulturelle Verschiedenheit entwickeln.

Was steckt dahinter?

Interkulturalität bezeichnet einen Verständigungsprozess von Personen, die verschiedenen Kulturen angehören und daher unterschiedliche Werte, Wissen und Erfahrungen haben. Durch das Aufeinandertreffen der Kulturen findet also eine „Interaktion“ und eine gegenseitige Beeinflussung statt. Durch den Austausch werden kulturelle Grenzen aufgebrochen. Das interkulturelle Konzept fördert das Bewusstsein dafür, kulturelle, sprachliche oder religiöse Verschiedenheit als Bereicherung wahrzunehmen.

Erklärvideo: Interkulturelle Kompetenz

In einem Video der Universität Jena wird auf verständliche Weise in die Fragestellung „Was heißt interkulturelle Kompetenz“ eingeführt.

Erklärvideo: Multi-, Inter-, Trans- und Hyperkulturalität einfach erklärt

Multi-, Inter-, Trans- und Hyperkulturalität einfach erklärt – Kultur ist ein vielfältiger Begriff, der immer mehr zum Schlagwort aktueller Diskurse wird. Kultur Konfetti ist ein Blog über kulturelle Identität, Migration und Heimat. www.kulturkonfetti.de

Multikulturalität

Die Zusammensetzung von Gesellschaften wurde manchmal als eine „Salatschüssel“ (engl. salad bowl) beschrieben. In einer Salatschüssel sind viele unterschiedliche Gemüsesorten mit eigenem Geschmack durch ein Dressing zu einer Einheit verbunden – eine bunte Gemeinschaft also. Mit dieser „salad bowl“-Metapher (auch Mosaik-Gesellschaft) wurde in der Vergangenheit eine vielfältige Gesellschaft mit Menschen unterschiedlichster Herkunft, Sprache, Religion oder Kultur beschrieben.

Was steckt dahinter?

Die politische Idee des Multikulturalismus wirbt für den Schutz und die Anerkennung kultureller Unterschiede. Angehörige verschiedener Kulturen sollen dabei nicht unter Druck gesetzt werden, sich vollständig an eine Kultur (meistens der Mehrheitsgesellschaft) anzupassen, sondern sollen ihre kulturelle Identität behalten. Gegenseitige Toleranz, Respekt, Verständnis und die Achtung der Menschen- und Grundrechte sind ein wesentlicher Faktor für das friedliche Zusammenleben in einer multikulturellen Gesellschaft – quasi das „Dressing“.

Im Sinne des Konzeptes der „Multikulturalität“ wird davon ausgegangen, dass es nicht zur Verschmelzung verschiedener Kulturen kommt, sondern dass sie nebeneinander bestehen. Deshalb wird das Konzept der „Multikulturalität“ heute meist als veraltet angesehen, da es schon immer zu einer Verschmelzung von Kulturen kam, die dann etwas Neues, eine neue Kultur formen.

Die Kurzform „Multikulti“ wird meist abwertend gebraucht, um Multikulturalismus als realitätsfremde Ideologie zu charakterisieren. Hier ist Vorsicht geboten: Denn oft werden dabei dem Konzept der Multikulturalität Eigenschaften und Anschauungen unterstellt, die niemals beabsichtig waren.

 

 

Erklärvideo: Multi-, Inter-, Trans- und Hyperkulturalität einfach erklärt

Multi-, Inter-, Trans- und Hyperkulturalität einfach erklärt – Kultur ist ein vielfältiger Begriff, der immer mehr zum Schlagwort aktueller Diskurse wird. Kultur Konfetti ist ein Blog über kulturelle Identität, Migration und Heimat. www.kulturkonfetti.de

Transkulturalität

Bashar stammt aus dem Iran. Lien ist aus Hongkong geflüchtet. Gannet kommt aus Eritrea. Paul hat britische Wurzeln. Alle vier betreiben mit vielen anderen Mitstreitern aus aller Welt einen gemeinsamen Blog, der für die Einhaltung der Menschenrechte wirbt. Obwohl sie aus verschiedenen Kulturen stammen, fühlen sie sich als transkulturelle Gemeinschaft mit ähnlichen Werten und Zielen.

Was steckt dahinter?

Transkulturalität geht davon aus, dass es keine klar abgrenzbaren kulturellen Identitäten gibt. Das Modell betont die kulturelle Vernetzung einer globalisierten Welt, bei der Kulturen durchflochten und vermischt sind. Hier wird das Gemeinsame und nicht das Trennende der Kulturen betont, als offene und dynamische und nicht an Staatsgrenzen gebundene Gemeinschaften.

Erklärvideo: Multi-, Inter-, Trans- und Hyperkulturalität einfach erklärt

Multi-, Inter-, Trans- und Hyperkulturalität einfach erklärt – Kultur ist ein vielfältiger Begriff, der immer mehr zum Schlagwort aktueller Diskurse wird. Kultur Konfetti ist ein Blog über kulturelle Identität, Migration und Heimat. www.kulturkonfetti.de

Ethnischer Nationalismus

Max akzeptiert nur Deutsche, die auch eine deutsche Herkunft haben. Er identifiziert sich mit Deutschland als einer Nation, in der nur Menschen mit rein deutscher Herkunft eine Gemeinschaft bilden, die die Geschicke des Landes führen sollten.

Was steckt dahinter?

Die Ideologie des ethnischen Nationalismus auf Deutschland bezogen definiert „Deutsch sein“ und „Nation“ nicht anhand der Staatsangehörigkeit oder des Staatsterritoriums, sondern über Abstammung, Geburt, Sprache, Kultur oder Aussehen. Ethnischer Nationalismus ist heute eine zentrale Ideologie der rechten Szene und von Neonazis. Migrant*innen werden in der Regel nicht als gleichwertige Deutsche akzeptiert, und wenn, dann nur, wenn sich diese vollständig assimilieren und auch von ihrem Aussehen her als Herkunftsdeutsche gelten könnten.

Ethnischer Nationalismus in Deutschland ist oft verbunden mit Rassismus. Diese Auffassung von Nation ist völlig entgegengesetzt zu einem interkulturellen Verständnis von „Nation“ und „Nationalität“.